discount ugg boots Geschichten aus Absurdistan

uggs new york Geschichten aus Absurdistan

Fast wie „Geschichten aus der Buett“ hoerte sich manches an, was aus der Diskussionsrunde zu vernehmen war . beispielsweise ueber das Verhaeltnis zwischen Buerger, Beamten und dem Staat.

Aufhorchen liess mich, was Brandenburg’s Innenminister Joerg Schoenbohm im Zusammenhang mit seitens mancher Beamten etwas „grosszuegig“ ausgelegten Vorschriften bei der Abrechnung von Trennungsgeldern im Zuge von Versetzungen aus seiner Militaerzeit erzaehlte, als er eines Tages einen jungen Zeitsoldaten entlasssen musste, weil dieser ein Pfund Butter aus der Truppenkueche entwendet hat.

Jenen mittlerweile langjaehrigen „Stammkunden“ hatte man in die grosse Familie der Jobsuchenden aufgenommen, als er im Zuge der Umstrukturierung eines Betriebes in High Tech Isar Valley „abgewickelt“ worden ist, in dem die „oeffentliche Hand“ ihre Finger d’rin hat.

Er ist auf dem besten Wege, nun doch noch eine steile Karriere anzutreten . in rasantem Tempo auf die „schiefe“ nein, nicht Bahn, wohin abzudriften unter solchen Umstaenden aeusserst schnell geschehen koennte, sondern Ebene. Anzunehmen, dass diese nicht in die Gosse fuehrt, sondern nach „oben“, hiesse selbst unter Beruecksichtigung, dass in Bayern manches manchmal „anders“ gehen mag bei Vollmond um Mitternacht Ebbe zu erwarten.

Noch treibt sich dieser immer noch hoffnungsfrohe „Kunde“ von mittlerweile Frank Juergen Weise, der Florian Gerster in die nun so genannte „Bundesagentur fuer Arbeit“ nachgefolgt ist . also, noch treibt er sich nicht in Parks herum, in Bahnhoefen, auf Verkehrsinseln, in Einkaufszentren, Unterfuehrungen . um ein paar EURO zu erbitten oder nach Essbarem stoebernd von Stadtgrenze zu Stadtgrenze zu wandern, bis er eines Tages in seiner „Residenz“ im Hofgarten, wie er meinte womoeglich friedlich im Herrn entschlafen ist, was dann den Medien ohnehin nur als Meldung aus dem Polizeibericht eine kleine Randnotiz „Wert“ ist.

Noch lebt er nicht in einem jener 100 % Frischluft oder Full Aircon „Apartments“ und ist gluecklich, auf seinen Streifgaengen in Containen der Einkaufszonen, hinter Restaurants oder in Hinterhoefen noch ‚was „Brauchbares“ zu finden, wenn nicht ein paar Vierbeiner schneller waren . oder die stetig groesser werdende Zahl an Schicksalsgenossen, die auch nichts mehr zu beissen finden.

Und er sitzt nicht etwa in seiner Wohnung herum, in der er (noch) ist und eine Bewerbung nach der anderen schreibt meist nicht einmal beantwortet und wenn, dann mit ein paar netten Worten, auch „aufmunternden“, er kaum noch, sobald er sein Alter in den oberen Fuenfzig nennt, zu „Gespraechen“ eingeladen wird . sondern geht „auf Arbeit“, wie er sein „Ehrenamt“ nennt . in einer so genannten „Anstalt des oeffentlichen Rechts“, wo man ihn sehr willkommen heisst, weil er nicht nur weit ueber das „normale“ Mass einer Vollzeitkraft hinaus einsatzfaehig ist und bereit, sondern auch quasi umsonst zur Verfuegung steht und dabei eine der „Planstellen“ mehr als nur einfach „ersetzt“, die unter Sparzwang meist entweder wegrationalisiert worden ist, nicht (mehr) besetzt wird oder erst nach einer Weile wieder „nachbesetzt“ werden darf. Bis 2008 muessen allein in Bayern 12,600 Stellen im „Staatsdienst“ gestrichen werden!

Wie man dem begegnet und den Betrieb einigermassen in vollem Umfang dennoch aufrecht erhalten kann, kann man beispielsweise im Deutschen Museum sehen, wo man bei den Aufwendungen fuer aus dem „regulaeren“ Arbeitsmarkt angeheuerte Kraefte bzw. dem Personaletat fuer Beamte(!), fest angestellte Mitarbeiter bzw. „Aushilfen“ meist aus dem akademischen Nachwuchs, seit 2003 teils in ein Unternehmen der Zeitarbeit „ausgelagert“ und von dort wieder zurueck angeheuert . also, wo Einsparungen erzielt werden, und zwar in Hoehe eines huebschen Suemmchens von mehr oder weniger einer halben Million EURO jaehrlich . naemlich durch den Einsatz einer Hundertschaft von „Ehrenamtlichen Mitarbeitern“!

Eine solche war eines Tages, ausgeschrieben, als in einem Betriebsteil eine neue Abteilung eingerichtet werden sollte, in dem dem Frank Juergen Weise’s Stamm und ihm als „Dauerkunde“ sicher noch eine Weile treu bleibender „Ehrenamtler“ bereits quasi „beschaeftigt“ war . in eben jenem Bereich, in dem er schon taetig gewesen ist.

Hoffnungsfroh bewarb er sich, denn er war als „Ehrenamtlicher Mitarbeiter“ just dort sogar ausdruecklich eingeladen worden.

Kaum dass die Bewerbung die Personalstelle erreicht hatte, folgte schon der „Hammer“: Qualifikation! Er, der kaufmaennisch ausgebildet wurde, war kein „Handwerker“, der er nach Kriterien des „Oeffentlichen Dienstes“ für die ausgeschriebene Stelle haette sein „muessen“ . als Vollzeitkraft.

Im „Ehrenamt“ wird kaum nach solcherart „Qualifikation“ gefragt, wenn’s darum geht, „Planstellen“ besetzen zu wollen, denn viele „Ehrenamtler“ waeren demnach schlichtweg „overqualified“ . nach oft langjaehriger erfolgreicher Berufslaufbahn vor „Ruhestand“ und/oder als Experten in ihren Fachgebieten. So nebenbei liess man den „Ehrenamtlichen Mitarbeiter“ also wissen, dass er wohl „Pech“ haben duerfte . die Planstelle besetzen zu koennen, wenn er nicht eine gewerbliche Berufsausbildung nachweisen koenne.

Richtig, ein paar Wochen spaeter folgte denn auch promt die „offizielle“ Absage seitens der Personalstelle, unmittelbar gefolgt von einem netten Schreiben von anderer Stelle des Hauses, in dem nochmals die Dringlichkeit hervorgehoben worden ist, sich doch freundlicherweise zur Verfuegung stellen zu wollen . just in jener Taetigkeit, fuer die er eigentlich den Gesellenbrief einer Handwerkskammer haben sollte . in Vollzeit . nicht jedoch im „Ehrenamt“. Und er moege doch schnellstens gleich Termine vereinbaren.

Eine Weile spaeter war erneut eine Stelle ausgeschrieben . nun als „Aushilfe“ . ein (damals noch in dieser Hoehe begrenzter) „325 EURO“ Job. Qualifikation war in einer „Kassentaetigkeit“ jedenfalls kein Thema (mehr). Florian Gerster’s „Kunde“ haette die Voraussetzungen alle erfuellt und mit ein paar EURO im Monat eine Chance gehabt, seinen Lebensunterhalt spuerbar aufbessern zu koennen.

Rasch kam schon nach ein paar Wochen die Antwort: „Sorry!“

Die „Aushilfen“ werden so liess man den Bewerber wissen kuenftig von einem externen „Dienstleister“ gestellt . man habe jedoch die Bewerbungsunterlagen weitergeleitet. Das war’s! Post kam keine. Und auch sonst tat sich nichts.

Die in diesem Betrieb beschaeftigten „Aushilfen“ wurden uebrigens eine recht beliebt zu sein scheinende Methode der „Umschichtung“ von Kosten in Etats bzw. der bilanztechnisch, steuertaktisch oder wie auch immer motivierten Verbuchung von „Kosten“ in ein Unternehmen der wie Pilze aus dem Boden schiessenden „Zeitarbeit“ . und von dort wieder (zurueck) angeheuert.

In einem ersten Vorstellungsgespraech in eben jener „Zeitarbeit“ wurde der „Ehrenamtliche Mitarbeiter“ jener Institution, wohin die „Zeitarbeit“ Personal unter anderem abordnet, freundlich dazu eingeladen, sich doch „offiziell“ zu bewerben, was unverzueglich geschah.

Schade, liess die Personalstelle des „Dienstleister“ nach etlichen Wochen wissen, man habe leider keine Einsatzmoeglichkeiten . auch nicht in eben jenem Bereich, in dem eben jene „Aushilfen“ vor und auch nach „Auslagerung“ unter neuen Vertragsbedingungen weiter beschaeftigt bzw. eingesetzt waren und mit denen er als „Ehrenamtler“ zusammen Dienst versah.
discount ugg boots Geschichten aus Absurdistan